Was ist das Cerema?
Das Cerema ist eine öffentliche Einrichtung, die dem Ministerium für ökologischen und solidarischen Wandel untersteht. Als Spezialist für Energieeffizienz und Gebäudeverwaltung hat es die Aufgabe,öffentliche und private Akteure der Bauwirtschaft bei ihren Herausforderungen zu unterstützen: Gebäudeplanung, Stadtplanung, Instandhaltung und Betrieb, Sanierungsprojekte, Energieoptimierung …
So ist es in allen Phasen der von ihm begleiteten Projekte präsent, von der Lösungsfindung bis zur operativen Umsetzung. Der Schwerpunkt der Arbeit des Cerema liegt auf der Einbindung von Gebäuden in ihre Umgebung vor dem Hintergrund des ökologischen und umweltpolitischen Wandels.
Das Cerema beteiligt sich zudem an der Ausarbeitung neuer Vorschriften zur Förderung positiver Energie und zur Regulierung des CO₂-Fußabdrucks. Insbesondere hat es an der Entwicklung einer Methode zur Bewertung der Umweltleistung von Neubauten mitgewirkt: dem landesweiten E+C-Pilotprojekt.
Weitere Informationen zu den Aktivitäten des Cerema und zu den Umweltvorschriften 2020, die es begleitet, finden Sie auf der Website des Cerema.
Die vernetzte THEMIS-Lösung zur Überwachung der Energieeffizienz
Aus dem Bestreben heraus, die Akteure der Baubranche zu unterstützen, hat die Cerema-Außenstelle in Clermont-Ferrand das System THEMIS – Thermic and Energetic Monitoring System – entwickelt, eine vernetzte Lösung, die darauf abzielt, die im Gebäude im Rahmen der gebäudeleittechnik durchgeführten Messungen in Echtzeit zu synchronisieren.
Die Daten, die sich hauptsächlich auf die Überwachung der Energieeffizienz des Gebäudes beziehen, werden mithilfe von Sensoren erfasst, die an strategischen Stellen des zu überwachenden Standorts angebracht sind, und über die THEMIS-Plattform zusammengefasst und analysiert – häufig im Rahmen von Bau- oder Sanierungsprojekten.
Die erfassten Daten (Innen- und Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2-Gehalt, momentane Leistungsaufnahme, Gasimpulse usw.) können mit den Klimadaten von Wetterstationen in der Umgebung kombiniert werden. Bei entsprechender Konfiguration kann THEMIS auch mit Heizungssteuerungen kommunizieren, die das Modbus-RS485-Protokoll verwenden.
Dank der Modularität der Plattform lassen sich die Funktionen präzise anpassen und auf Projekte jeder Art und Größe sowie auf alle Akteure im Bereich des Baus und der Gebäudesanierung abstimmen.
Das für Allier Habitat durchgeführte Projekt zur thermischen Begutachtung
Das Energieeffizienzprojekt wurde für Allier Habitat –ehemals Office Public Départemental d’Habitations à Bon Marché de l’Allier – durchgeführt, einen sozialen Wohnungsbauverein, der rund 4.600 Wohnungen in 140 Gemeinden des Departements Allier besitzt.
Die Umsetzung dieses Projekts ergab sich aus dem Wunsch des Bauherrn, für eine Reihe seiner Grundstücke verschiedene Wärmedämmverfahren zu vergleichen, um die beste Alternative auszuwählen.
Dieses Prüfungsvorhaben wurde vor einigen Monaten vom Cerema durchgeführt.
Die vor Ort durchgeführten Installationen umfassten die Einrichtung automatisierter Systeme zur Erfassung von Energie- und Komfortdaten mithilfe verschiedener Sensoren, die in den betreffenden Bereichen angebracht wurden.
Unter anderem wurden in einer Gruppe von drei Einfamilienhäusern (Baujahr 1975) etwa ein Dutzend Enless Wireless-Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren installiert , die nach dem Funkprotokoll Wireless M-Bus 169 MHz arbeiten. Die Abstände zwischen den einzelnen Häusern betrugen etwa dreißig Meter.
Während der Implementierungsphase, die mithilfe der Software A.I.R. von Enless Wireless durchgeführt wurde, wurden die Intervalle auf 5 Minuten eingestellt, um eine häufige Datenübertragung an einen ebenfalls vor Ort installierten empfänger von Enless Wireless zu ermöglichen. Der empfänger über Modbus mit einem Smartflex-Gateway von Advantech gekoppelt.
Durch die Einrichtung der Anlagen wurde die Übertragung von Echtzeitdaten in die vom Cerema entwickelte THEMIS-Historien-Datenbank ermöglicht, auf die online über eine spezielle Internetadresse auf einfache Weise zugegriffen werden kann.
Beispiele für die Visualisierung und Protokollierung von Temperaturdaten über das THEMIS-System in verschiedenen Maßstäben: Vergleichsansicht der drei Chargen, detaillierte Chargenanalyse und Visualisierung der Daten auf Raumebene.
Die in Echtzeit erfassten Daten, die mit weiteren Parametern (Wetterstationen in der Nähe, Open-Source-Energiemonitor Emoncms …) verknüpft wurden, ermöglichten die Modellierung der Wärmeverluste durch Luftzug, der Sonneneinstrahlung und der Windgeschwindigkeit. So wurden für jedes geprüfte Wärmedämmsystem „feldbezogene“ Ubat-Koeffizienten (Wärmeverlustkoeffizient einer Gebäudehülle) ermittelt. Je niedriger der gemessene Ubat-Wert war, desto leistungsfähiger wurde die Gebäudehülle bewertet.
„Das installierte System hat sehr gut funktioniert“, berichtet Alexandre Cuer, stellvertretender Direktor des Cerema Clermont-Ferrand. „Die Installation der Enless-Messgeräte war unkompliziert, und das gesamte System hat sehr gut und ohne Ausfälle funktioniert. Die Lösung ermöglichte es unserem Kunden, dem Bauträger Allier Habitat, eine Entscheidung darüber zu treffen, welche Wärmedämmtechnikfür seine im Bau befindlichen Objekte bevorzugt werden sollte.“
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